DIE AUTORIN
SCHREIBEN
LESEN

Patricia Scheurer, geboren 1976, ist Germanistin und lebt in Zürich. Durch ihren älteren Bruder kam sie bereits in den 1980er Jahren in Berührung mit der Schwarzen Szene. Seit Ende der 1990er-Jahre ist sie selbst Teil dieser Subkultur.

 

Die Autorin ist Protagonistin im Dokumentarfilm «Gothic» von Mitra Devi, der bildgewaltig und temporeich Einblick in die Schwarze Szene der Schweiz gewährt. In Interviews geben neun Porträtierte Auskunft über ihr kreatives Arbeiten, über Sinnsuche, Vergänglichkeit, Dunkelheit und die Bedeutung von Gothic in ihrem Leben. ▸ Trailer ansehen

 

Patricia Scheurer entdeckte schon früh ihre Leidenschaft für Sprache. Zudem liebte sie es, Geschichten zu erfinden, die durch das Niederschreiben zugänglich blieben und wieder aufgegriffen und weitergesponnen werden konnten. Nur selten war ein Text für fremde Augen bestimmt, vieles blieb fragmentarisch. So begann auch «Schwarzes Erbe» als zielloses Gedankenspiel. Die musikalischen und modischen Anleihen aus vergangenen Epochen, die okkulte Symbolik und düsteren Songtexte inspirierten dazu, eine Welt zu entwerfen, in der sich die Faszination für diese Stilelemente erklären liess. Erst nach Jahren des gelegentlichen Schreibens kam die Idee auf, das Erzählte zu überarbeiten, harmonisieren und veröffentlichen. Mit dem vorliegenden Manuskriptdruck ist die Autorin auf Verlagssuche.

«Stellen wir uns einfach vor [lesen] sei eine Art Zauber: Buchstabenfolgen, angeordnet in Zeilen, das Auge gleitet entlang ... und dann passiert es: Wir entziffern nicht nur Wörter, sondern tauchen ein, heben ab, versinken. [...] Unsere Umgebung verblasst, eine zweite Welt taucht auf. Wir sehen Unbekanntes, wir hören Stimmen, wir bewegen uns in fremden Körpern, wir erklettern Sprossenwände aus Gedanken. Lesen ist eine unerhörte Kunst.» (Petra Gehring in Emma 4/2013: 79)

 

Kein anderes Medium eröffnet so ausführlich die Möglichkeit, in eine andere Welt einzutauchen und sich während Stunden, Tagen, Wochen in den Köpfen und Körpern fremder Figuren zu bewegen. Lesen kann neue Perspektiven eröffnen, zum Nachdenken anregen oder einfach nur unterhalten. In diesem Sinne erachtet die Autorin den Roman als Angebot, sich durch Lesen verzaubern zu lassen.

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